Frisch gemahlen ist halb gewonnen

Frisch gemahlen ist halb gewonnen

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Das Kaffeebohnen gemahlen werden müssen, liegt auf der Hand. Viele scheuen vielleicht vor dem Kauf von Bohnenkaffee zurück, weil sie „nur“ eine Filterkaffeemaschine oder einen Espressokocher besitzen und im Zweifel dann doch lieber auf den abgepackten Ziegelsteinkaffee aus dem Supermarkt zurückgreifen. Doch guter, qualitativ hochwertiger Kaffee ist viel einfacher und unkomplizierter als gedacht. Auch mit einer herkömmlichen Filterkaffeemaschine lässt sich wunderbarer, qualitativ hochwertiger Spitzenkaffee zaubern, der nichts mit industriellem Kaffee zu tun hat.

Der echte Geschmack steckt nur in der Bohne

Es geht nichts über frisch gemahlenen Kaffee, und frisch bedeutet, dass das Mahlen unmittelbar vor der Zubereitung erfolgt. Das hört sich vielleicht nach einem Spruch aus der Werbung an, es steckt aber viel Wahrheit dahinter. Die meisten Aromastoffe bleiben nur in der Bohne erhalten und gemahlener Kaffee verliert daher schnell an Aroma und Geschmack, egal wie gut dieser verpackt wird. Geschmacklich macht es also einen riesengroßen Unterschied, ob man fertig gemahlenen Kaffee oder ganze Kaffeebohnen kauft. Also: Es sei denn, ihr habt einen Vollautomaten oder eine Siebträgermaschine mit eingebautem Mahlwerk, benötigt ihr auf jeden Fall eine gute Kaffeemühle, um in den vollen Genuss der Bohne zu kommen. Eine schicke Kaffeemühle ist außerdem ein stilvoller Hingucker im Küchenregal.

Der Mahlgrad ist ausschlaggebend

Mahlen ist nicht gleich mahlen. Der Mahlgrad, sprich wie fein oder wie grob die Kaffeebohnen gemahlen werden, ist zwar auch Geschmackssache, aber in erster Linie von der Zubereitungsart abhängig. Als Faustregel gilt: Je länger der Kaffee mit Wasser in Kontakt kommt, desto gröber muss er gemahlen werden. Oder andersrum: Zu einer schnellen Zubereitung (Espressokocher, Siebträgermaschine etc.) benötigen wir eine feine Mahlung.

Kaffee gibt Geschmacks- und Aromastoffe bei feiner Mahlung schnell und bei grober Mahlung nur langsam ab. Somit ist die gröbste Mahlung für den Cold Brew Kaffee geeignet, welcher mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser zieht und somit Zeit hat, seine Aromastoffe zu entfalten, und die feinste Mahlung (Kaffeepulver) wird für Siebträgermaschinen, Espresso und den türkischen Mokka benötigt. Nochmal zum Mitschreiben: Lang = Grob, Kurz = Fein

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Homogenität des Kaffeemehls (so wird in Fachkreisen die Gleichmäßigkeit der Mahlung genannt). Nur bei gleichmäßiger Mahlung wird ein gutes Ergebnis erzielt, denn bei Mischkaffeemehl mit sowohl groben, als auch feinen Partikeln, würden diese ungleichmäßig vom heißen Wasser umspült werden, und der Kaffee würde zu bitter und/oder zu flach schmecken, man würde damit außerdem jeden erstklassigen Kaffee ruinieren. In Fachkreisen wird von Unter- bzw. Überextraktion gesprochen, der Kaffee wird also zu stark oder zu schwach gebrüht, und das wahrscheinlich beides gleichzeitig. Man stelle sich eine bittere Plörre vor!

Welche Mühle darf es nun also sein?

Wer einen Vollautomaten oder eine Siebträgermaschine sein Eigen nennen darf, hat meist ein integriertes Mahlwerk und sollte sich die Zeit nehmen, verschiedene Einstellungen auszuprobieren und eine Feinjustierung vorzunehmen. Die Gebrauchsanweisung wird dabei helfen.

Für alle Liebhaber des Filterkaffees und anderen rudimentären Zubereitungsmethoden wird eine elektrische Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk oder Kegelmahlwerk empfohlen oder eben die wunderschöne, nostalgische Handmühle, die nur etwas mühseliger in der Handhabung ist (sich aber klasse im Küchenregal macht). Zum Schluss noch ein Tipp zum Kauf: Achtet unbedingt darauf, dass die Kaffeemühle die Bohnen und das Kaffeemehl nicht erhitzt und gleichmäßig mahlt.

Die Anschaffung einer Kaffeemühle lohnt sich und muss nicht teuer sein, die zusätzliche „Arbeit“ vor dem Brühen lohnt sich: Dieses unglaubliche Aroma, dass noch vor dem Kaffeekochen den Raum erfüllt, weckt die Vorfreude auf eine unglaublich aromatische Tasse Kaffee.