French Press – Was der Franzose kann, können wir schon lange

French Press – Was der Franzose kann, können wir schon lange

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Kaffee pressen, das hört sich merkwürdig an! Wird Kaffee nicht gekocht oder gebrüht? Nicht nur die Franzosen zeigen uns, was eine Kaffeepresse alles kann.

Die French Press, Cafetière, Kaffee Presse oder auch Pressstempelkanne ist seit Jahrzehnten eine der beliebtesten und gleichzeitig auch nachhaltigsten Zubereitungsmethoden unseres Lieblingsgetränkes. Die Pressstempelkanne gibt es seit beinahe 150 Jahren, sie wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und von einem Italiener patentiert, die dänische Firma Bodum ist wahrscheinlich der bekannteste Vertreter dieses Coffee Makers.

Ökologisch und robust

Die Zubereitung ist ökologisch aus zweierlei Hinsicht: Zum einen ist das einzige Abfallprodukt der Kaffeesatz (keine Filter, Pads oder Kapseln), zum anderen ist es recht unwahrscheinlich, dass das Gerät bei sachgemäßer Bedienung kaputtgeht (außer natürlich bei den Glaskannen, hier kann schon mal ein Fauxpas passieren). Bei French Press Geräten aus Steingut oder Aluminium müsste man wahrscheinlich rohe Gewalt anwenden, um die gute French Press zu schrotten. Daher lohnt sich die Anschaffung aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht allemal.

Aber was ist mit dem Geschmack? Schauen wir uns die Methode einmal genauer an. Tatsächlich ist das Prinzip sehr einfach. Es handelt sich um eine runde, zylinderförmige Kanne, die gleichzeitig Kaffeemaschine und Servierkanne ist. Der Stempel wird zur Zubereitung entfernt und das Kaffeepulver auf den Boden der Kanne gegeben. Das Kaffeemehl sollte eher grob gemahlen werden (wie Meersalz), damit der Kaffee nicht überextrahiert wird. Also auf gar keinen Fall Espresso-Pulver nehmen, der Kaffee würde bitter werden und das wollen wir nicht. Man nimmt für diese Zubereitung (genau wie bei der Aeropress und dem Handfilter) Kaffeebohnen mit leichter bis mittlerer Röstung, in der Regel fallen diese Bohnenkaffees in die Kategorie „Filter“, im Gegensatz zur dunkler gerösteten Espressobohne.

Anschließend wird der Kaffee in derselben Kanne mit heißem Wasser (95°C) aufgegossen, bezüglich des Verhältnisses sollte man 60g grob gemahlenen Kaffee pro Literkanne einrechnen. Es gibt Pressstempelkannen in verschiedenen Größen, von 0.3l bis 1.5 l, die Mengen werden entsprechend angepasst.

Der nächste Schritt heißt Umrühren. Mit einem langen Löffel vermengt man Kaffee und Wasser ordentlich, danach lässt man das aromatische Gebräu 3-4 Minuten ziehen. Nun kommt der Stempel zum Einsatz, er wird von oben aufgesetzt und langsam und gleichmäßig heruntergedrückt. Das hat zur Folge, dass sich der Kaffeesatz unten, also unter dem Stempelsieb, ansammelt, der Kaffee befindet sich oberhalb und ist zum Servieren bereit.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Der fertige Kaffee sollte relativ zügig serviert werden. Desto länger der Kaffee in der Kanne steht, umso mehr extrahiert das Wasser das Kaffeepulver, das Ergebnis könnte nach mehr als ein paar Minuten bitterer Kaffee sein.

Pluspunkte in Sachen Geschmack und einfache Handhabung

Die French Press hat bei richtiger Handhabung eigentlich nur Vorteile: Mit dieser Zubereitung wird Kaffee auf den Punkt extrahiert, wenn Mahlgrad, Brühzeit und Mengen eingehalten werden. Im Gegensatz zum gefilterten Kaffee enthält das Endprodukt Fette, Öle und feinen Kaffeesatz und zeichnet sich somit durch mehr Fülle im Geschmack und mehr Körper aus. Die Anschaffung ist nicht teuer, French Press Kannen gibt es ab 25 Euro aufwärts, als zusätzliches Equipment brauchen wir nur noch einen Wasserkocher und eine Kaffeemühle – und natürlich einen qualitativ hochwertigen Spezialitätenkaffee mit heller Röstung für die Filterzubereitung.