Filterkaffee mal neu – Chemex, Hario und Co

Filterkaffee mal neu – Chemex, Hario und Co

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Filterkaffee ist ein Klassiker, und für uns Deutschen die wohl bekannteste Art der Kaffeezubereitung. Lange vor neu-modernen Erfindungen wie Pads, Kapseln und teuren Designermaschinen hatte jede Familie eine Filtermaschine in der Küche stehen, die jeden Morgen den Raum mit dem Duft des frisch gebrühten Kaffees erfüllte.

Nur weil Kaffee jetzt auf einmal schick und angesagt ist, heißt das noch lange nicht, dass der Filter der Vergangenheit angehört. Im Gegenteil. Die langsame Zubereitung über einen Kaffeefilter hat seine ganz eigenen Vorteile und Eigenschaften und bringt vor allem den Spezialitätenkaffee zur Geltung. Und mit der Neuentdeckung der Qualität der Bohne wurde auch der Filter neuentdeckt. Wir stellen euch den modernen Filterkaffee vor!

Handfilter aus Papier oder Baumwolle

Hast du schon mal Kaffee mit einem Handfilter gebrüht? Ein Handfilter ist im Grunde genommen der obere Teil der Kaffeemaschine, in den man den Papierfilter legt. Man könnte jetzt eine alte, kaputte Maschine auseinanderbauen oder sich einen hübschen Handfilter aus Porzellan, zum Beispiel der Marke Hario, anschaffen. Dieser Porzellanfilter hat den Vorteil, dass man entweder direkt in die Tasse brüht, oder ihn auf eine Kanne aufsetzt und eine größere Menge zubereitet. Man nimmt also einen Papierfilter, knickt ihn an der Naht und setzt ihn in den Porzellanfilter ein. Nun kommt heißes (nicht kochendes) Wasser zum Einsatz, welches langsam in den Filter gefüllt wird. Hierbei ist es wichtig, alle Stellen gleichzeitig zu begießen, damit das Kaffeemehl gleichmäßig und vollständig extrahiert wird. Der Kaffee sollte mittelgrob gemahlen werden (natürlich kurz vor der Zubereitung) und es empfehlen sich helle bis mitteldunkle Röstungen eines qualitativ hochwertigen Spezialitätenkaffees.

Die japanische Firma Hario setzt außerdem auf kuschelige Baumwollfilter und Zubereitung von Hand. Der Hario Woodneck Drip Pot ist eine Glaskanne mit Holzummantelung im Mittelteil, die ein Anfassen ohne Verbrennen möglich macht. In das obere Glasteil der Kanne wird der Stofffilter eingesetzt, Kaffeepulver rein und das ganze wird langsam mit heißem Wasser aufgegossen. Der Kaffee träufelt langsam aus dem Filter in den unteren Teil der Kanne, welche gleichzeitig die Servierkanne ist. Die Zubereitung ist denkbar simpel. Diese Methode bekommt außerdem noch einen Pluspunkt in Sachen Umweltschutz, das Abfallprodukt ist lediglich der kompostierbare Kaffeesatz.

Glaskannen mit Holzummantelung bietet auch die amerikanische Firma Chemex, und dass schon seit 1944. Die aktuelle Produktlinie ist totschick, und neben manuellen Zubereitungen über Papierfilter und Glaskannen, ist der Star der Chemex-Familie die Ottomatic. Hier wurde Filtermaschine mit Glaskaraffe kombiniert, und das besondere ist die Wasserdüse, die einem Duschkopf ähnelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Filtermaschinen wird das Kaffeepulver also vollständig extrahiert.

Einfache Zubereitung und voller Geschmack

Und jetzt stellen sich viele von euch zu Recht die Frage: Warum kann ich nicht gleich eine herkömmliche Filtermaschine benutzen? Einfach: Die Filtermaschine spritzt unkontrolliert viel zu heißes Wasser auf das Kaffeepulver. Meistens wird dabei nur die Mitte beträufelt, weshalb das Kaffeemehl dort überextrahiert und ausgewaschen wird, das Pulver am Rand hingegen bekommt zu wenig Wasser ab. Ein weiterer Grund ist die Platte zum Warmhalten: Alles, was warmgehalten wird, ist nicht frisch und verliert Geschmack. Die Geschmacksstoffe verbrennen. Das ist bei Mikrowellenessen nicht anders als bei Kaffee.

Ein Handfilter ist eine tolle Erfahrung, die Renaissance des Filters zu erleben. Diese Zubereitungsmethoden sind außerdem relativ idiotensicher, schmeckt der Kaffee nicht, musst du besseren kaufen.